Erinnerungen des Bürgervereins zur Wiedereröffnung des Ratskellers

Die Wurzeln des heutigen Bürgervereins reichen zurück in die bewegte Zeit des Umbruchs 1989/90.
Die noch heute im Bürgerverein Aktiven – Herr und Frau Exner sowie Herr Kühnel – berichten von dieser Anfangszeit. Die damaligen Initiatoren waren in Brandis mit handgeschriebenen Zetteln unterwegs um Bürgerinnen und Bürger in den Ratskeller einzuladen um nach dem Fall der DDR die Bürger über den Ablauf der ersten freien Wahl zu informieren und darüber was kommunale Selbstverwaltung eigentlich bedeutet: die Möglichkeit der Bürger, ihre Angelegenheiten auf lokaler Ebene selbst zu regeln, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Entscheidungen unmittelbar mitzugestalten.

Die Bürger strömten in den damals desolaten Ratskeller. Es waren rund 300 Personen zusammengekommen. Pfarrer Süß aus der Gemeinde Machern war auch da und berichtete hier öffentlich über den Stasi-Bunker in Machern und machte damit deutlich, wie nah Unterdrückung und Überwachung, getarnt in einem Einfamilienhaus, in dem direkten Umfeld gewesen waren. Der Schock erstarrte den Raum.

Der Bürgerverein trug zu dieser Zeit noch den Namen „Demokratischer Aufbruch“. Unter diesem Namen stellte sich die Initiative der Öffentlichkeit vor und verstand sich als Plattform für Austausch, Aufklärung und Mitgestaltung. Ziel war es, Demokratie nicht nur als abstrakten Begriff zu begreifen, sondern sie im Alltag erlebbar zu machen.

So steht der Bürgerverein bis heute für bürgerschaftliches und demokratisches Engagement als stärkste Fraktion im Brandiser Stadtrat. 

Liebe Brandiser, Beuchaer, Waldsteinberger, Kleinsteinberger und Polenzer, wir alle sind stolz und freuen uns, dass der Ratskeller nun im neuen Glanz am Markt erstrahlt und uns allen neben dem neuen Domizil der Stadtbücherei auch für öffentliche und private Veranstaltungen zur Verfügung steht!

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